Bitte nach Stahnsdorf, in die Bergstraße -

 

- so die exakte Order an den Taxifahrer.

Wie fahren los.

“Wo ist denn die Bergstraße”, erkundigt sich der Fahrer.

“Leicht zu finden”, auskunfte ich, “Nuthe-Schnellstraße, dann dritte rechts”.

“Eine Hausnummer haben sie wohl nicht?”

Nee. Habichnich. Brauchen wir auch nicht. Ich will in die Werkstatt und sonderlich viele Werkstätten gibt es nicht in der Bergstraße. Zumindest nicht in der Stahnsdorfer Bergstraße.

Erst jetzt bemerke ich, dass der Chauffeur am Navi hantiert.

Komisch. Bisher hielt ich die Deutschen immer für ein Volk, dessen wesentliches Charakteristikum darin besteht, anderen den Weg weisen zu wollen. Nun stoße ich auf das Gegenstück: Einen Menschen, der sich offenbar gern den Weg weisen lässt. Sogar doppelt: Vom Navi und von mir.

Wir gelangen zur Kreuzung, Abzweig Bergstraße. “Nun bitte bis zum Ende der Straße”, sage ich – “sie haben ihr Ziel erreicht”, sagt das Navi.

“Das ist, weil wir keine Hausnummer eingegeben haben”, sagt der Taxifahrer.

Aha! 

Über Андреас Зольф

An einem Donnerstag geboren und verfolgt vom Glück.
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